Concordia-Positionen zur Reform der Medienförderung
Der Presseclub Concordia tritt für eine Reform der Medienförderung im Sinne einer konvergenten Journalismusförderung ein.
Wir sind gegen eine indirekte Förderung von Medien durch Regierungsinserate und treten ein für eine deutliche Erhöhung der Fördermittel und eine transparente Vergabe, die an Hand von überprüfbaren Zielen und Kriterien zustande kommt. Zentrale Voraussetzungen für die Vergabe sollen die demokratiepolitische Relevanz und die Qualität eines Mediums sein. Onlinemedien sollen verstärkt gefördert werden. Zudem soll der Bereich Forschung und Weiterbildung stärker als bisher als Förderkriterium miteinbezogen werden.
Wir verstehen die Medienförderung nicht als eine Subvention einer notleidenden Branche, sondern als Investition in die Infrastruktur der Demokratie. Ziel von Medienförderung muss sein, Vielfalt und Qualität in allen Marktsegmenten anzuregen, demokratische und wirtschaftliche Wertschöpfung zu kombinieren, Innovation anzuregen und den Erhalt von journalistischen Arbeitsplätzen zu unterstützen.
Was wir für notwendig halten:
- Förderung von unabhängigem, professionellem Journalismus in allen Medien
- Förderung von journalistischen Arbeitsplätzen
- Qualitätssicherung (Qualitätsmanagement, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, Evaluierungssysteme) und Einhaltung von professionellen ethischen Grundregeln (Mitgliedschaft beim Österreichischen Presserat, Vorhandensein ethischer Richtlinien wie Redaktionsstatuten, Ombudspersonen, Ethikkodizes etc.) als Voraussetzung für Förderung
- Förderung von Digitaljournalismus und digitalem Vertrieb
- Anreize für Innovation
- Förderung von neuen und gemeinwohlorientierten Medienprojekten
- Berücksichtigung der fairen Repräsentanz und Frauenförderung als Kriterium für die Fördervergabe
- Überprüfbare Kriterien und transparente Vergabe der Mittel
- Evaluierung der definierten Ziele
2026 waren Generalsekretärin Dr. Daniela Kraus und Rechtsdienst-Leister Mag. Walter Strobl Mitglieder der Expertengruppe der Studie „Journalismusförderung in Österreich“, die von Medienhaus Wien im Auftrag von Medienminister Andreas Babler erstellt wurde.
2025/26 legten wir mit der Studie „Gemeinwohlorientierter Jouranlismus in Österreich“ erstmals empirische Daten zum Unterstützungsbedarf gemeinwohlorientierter Medieninitiativen vor.
Im Dezember 2022 hat sich der Presseclub Concordia mittels einer Stellungnahme am parlamentarischen Begutachtungsprozess zum Qualitätsjournalismus-Förderungs-Gesetz und zur Novelle des Medientransparenzgesetzes beteiligt.
Im Zuge der Inseratenkorruptions-Affäre im Herbst 2021 haben wir unsere Forderungen hier anhand von Good Practices zusammengefasst.
In einer Stellungnahme zur „Digitalförderung“ (März 2021) kritisierte der Presseclub Concordia die mangelnde Berücksichtigung rein digitaler Medien sowie ein klares Bekenntnis zu Transparenz bei der Vergabe, journalistischen Standards, Forschung, Entwicklung und Innovation.
Concordia-Stellungnahme zu 210 Millionen Medialeistungen (Dezember 2020)

