Das Concordia Haus
Im Herzen der Demokratie
Mitten im politischen Zentrum Österreichs, wenige Schritte von Parlament, Bundeskanzleramt, Ministerien, Rathaus und Präsidentschaftskanzlei entfernt, befindet sich ein Ort, der seit Jahrzehnten für unabhängigen Journalismus, öffentliche Debatte und demokratischen Austausch steht: das Concordia Haus.
Demokratien benötigen nicht nur freie Medien, sondern auch Orte, an denen Journalist:innen, Medienorganisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger miteinander in Austausch treten können. Das Concordia-Haus erfüllt diese Funktion seit Generationen.
Das mehr als 400 Jahre alte Palais in der Bankgasse ist weit mehr als der Sitz des Presseclub Concordia. Es ist Treffpunkt, Veranstaltungsort, Arbeitsraum und Plattform für journalistische Vernetzung. Neben der Concordia selbst haben hier heute der Rechtsdienst Journalismus der Concordia, AJOUR, die Beratungsstelle für arbeitssuchende Journalist:innen, der Klub der Wirtschaftspublizist:innen, das Frauennetzwerk Medien, der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen und der Verein für Medienkultur ihren Vereinssitz. Gemeinsam bilden sie ein einzigartiges Netzwerk journalistischer, mediennaher und gesellschaftlicher Initiativen.
Nach der umfassenden Sanierung und Modernisierung 2011 wurde die Infrastruktur laufend weiterentwickelt und an die Anforderungen zeitgemäßer Medien- und Veranstaltungsarbeit angepasst. Das Concordia-Haus verbindet historische Substanz mit technologischer Offenheit und erreicht seine Öffentlichkeit längst nicht mehr nur vor Ort, sondern auch digital und international.
Das Concordia-Haus ist ein Ort der Zukunft. Hier diskutieren hochrangige nationale und internationale Gäste aus Politik, Medien, Recht, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft über die zentralen Fragen unserer Zeit. Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche, Expert:innenforen, öffentliche Debatten und innovative Veranstaltungsformate genauso wie gesellschaftlicher Austausch, Vernissagen und künstlerische Events machen das Haus zu einem Ort, an dem aktuelle Entwicklungen sichtbar, einordenbar und diskutierbar werden.
„Richt‘ ihnen die Hüttn anständig ein!“
Mit dieser knappen, aber eindeutigen Formulierung wies Bundeskanzler Raab 1957 seinen Minister für Handel und Bauten, Fritz Bock, an, das bundeseigene Gebäude in der Bankgasse 8, das mehr als 400 Jahre alte einstige Palais Teuffenbach im ersten Wiener Gemeindebezirk, für den „Presseclub Concordia“ großzügig zu adaptieren.
Zur Eröffnung des renovierten Hauses im November 1958, das seit diesem Tag offiziell „Concordia Haus“ heißt und diese Aufschrift auch über der Hauseinfahrt trägt, kamen – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – die Spitzenvertreter der österreichischen Politik; und alle waren stolz: Die Journalisten auf ihre neue Heimstätte, und die Politiker darauf, mitgeholfen zu haben, dem seit 1859 bestehenden unabhängigen Journalistenverein Concordia eine neue neutrale Plattform für Veranstaltungen zu ermöglichen.
Die Politik freilich wusste auch warum: War die Concordia doch bereits im März 1938 von den Nationalsozialisten aufgelöst und enteignet worden, die Sanierung des „Concordia Hauses“ für den Presseclub nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Teil einer Wiedergutmachung.
„in Schlapfn vom Bundeskanzleramt hinüber in die Concordia“
Seit dem Einzug des Presseclub Concordia in das Haus Bankgasse 8, das sich inmitten des Regierungsviertels und in unmittelbarer Nähe von Parlament und Rathaus befindet, haben die Veranstaltungen in diesen Räumlichkeiten mediale und politische Marksteine gesetzt. Von der legendären Diskussion der Chefredakteure zu Beginn der sechziger Jahre, die via TV live aus der Concordia übertragen wurde, über die nahezu wöchentlichen Pressekonferenzen von Bundeskanzler Kreisky, der die Concordia besonders schätzte (denn er konnte, wie er scherzhaft meinte, „in Schlapfn vom Bundeskanzleramt hinüber in die Concordia gehen“), bis hin zu Günther Nenning, der im Konflikt um die Hainburger Au als Auhirsch auftrat.
In einer Zeit tiefgreifender Veränderungen der Medienlandschaft gewinnen solche Orte weiter an Bedeutung. Während Redaktionen kleiner werden, Arbeitsformen dezentraler und Kommunikation zunehmend digital stattfindet, bleiben physische Räume der Begegnung unverzichtbar. Sie schaffen Vertrauen, ermöglichen Kooperation und stärken die Sichtbarkeit journalistischer Arbeit.
Österreich braucht Orte, an denen unabhängiger Journalismus sichtbar, vernetzt und wirksam bleiben kann – und aktiv unsterstützt wird. Das Concordia-Haus erfüllt diese Aufgabe seit Jahrzehnten – im Herzen Wiens, im Herzen der Demokratie.

