Die Geschichte der Concordia

Nach langem Tauziehen mit den Behörden wegen seiner Genehmigung trat der „Wiener Journalisten- und Schriftstellerverein Concordia“ am 7. November 1859 das erste Mal an die Öffentlichkeit. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Friedrich Schiller organisierte der Verein eine Revue im Theater an der Wien. Aus Schillers „Glocke“ stammt auch der Name Concordia, der für Einigkeit und Eintracht in Standesdingen, aber auch Ethik, Weisheit und Menschlichkeit steht.

Von den 16 Mitgliedern des Gründungskomitees stammten 9 aus der Achtundvierziger-Journalistik, von den 66 Gründungsmitgliedern 44. Bis Anfang der siebziger Jahre stießen Journalisten zur Concordia, denen die Beteiligung an der Revolution jahrelangen Kerker oder sogar das Exil eingebracht hatte.

Als Vereinszweck wurde zunächst ausschließlich die soziale Unterstützung für Mitglieder genehmigt. Trotzdem verstand sich die Concordia von Anfang an auch als Standesvertretung mit dem Ziel, journalistische und literarische Freiheit zu ermöglichen.

Timeline

1859: Gründung der Journalisten- und Schriftstellervereins Concordia, der aus einer Benefizveranstaltung für den erkrankten Novellisten Liedermann hervorging.

1863: Erster Concordia Ball in den Sophien-Sälen in Wien. Johann Strauß Sohn schrieb für die Concordia unter anderem Morgenblätter“-, Leitartikel“-, Illustrationen“-, Feuilleton“- und Flugschriften“-Walzer.

1865: Zusätzlicher Vereinszweck: Die Förderung der Standesinteressen.

1872: Einrichtung des Pensionsfonds der Concordia.

1875: Gründung des „Concordia-Klubs“, in dem sich Mitglieder und ihre Familien treffen konnten.

1917: Gründung einer Witwenkasse und Gründung der Gewerkschaft “Organisation der Wiener Presse” unter Beteiligung der Concordia.

1938: Auflösung der Concordia durch die Nationalsozialisten im März, Beschlagnahme ihres Vermögens.

1946: Am 18. Oktober fand eine Generalversammlung der Concordia statt, in der sich der unabhängige Verein neu konstituierte. Statuten, Ziele und Zweck des
Vereins blieben unverändert.

1958: Vereinigung mit dem “Österreichischen Presseclub” zum “Presseclub Concordia“. Einzug der Concordia in das von der damaligen Bundesregierung als Teil einer Wiedergutmachung renovierte Gebäude in der Bankgasse 8.

1959: Gründung der Verwertungsgesellschaft Literar Mechana, deren Gesellschafter der Presseclub Concordia ist.

1998: Erstmalige Verleihung der Concordia Preise für Pressefreiheit und Menschenrechte.

2010: Neugründung des Österreichischen Presserats mit dem Presseclub Concordia als einem Trägerverein.

2017: Initiierung des AMS-gestützten Projekts “AJOUR – Arbeit für Journalisten” zur Unterstützung arbeitsloser Journalistinnen und Journalisten.