Die Verleihung der Concordia Preise fand am 30. April 2026 im Parlament statt. Den Preis in der Kategorie Pressefreiheit erhielten Klaus Uhrig, Jasmin Körber, Fritz Espenlaub, Christian Schiffer, in der Kategorie Menschenrechte wurden Jürgen Klatzer und Matthias Winterer ausgezeichnet. Astrid Zimmermann erhält den Ehrenpreis für das Lebenswerk.
Der Concordia Preis in der Kategorie Presse- und Informationsfreiheit wurde an Klaus Uhrig, Jasmin Körber, Fritz Espenlaub, Christian Schiffer für ihre Podcast-Serie „Die Peter Thiel Story“, erschienen im deutschlandfunk, verliehen. Die Serie zeigt am Beispiel des US-Investors Peter Thiel, wie mit einem machtvollen, finanzstarken Netzwerk Grund- und Freiheitsrechte einschließlich der freien Berichterstattung eingeschränkt, ausgehöhlt und letztlich zunichtegemacht werden können. „Die Peter Thiel Story berichtet nicht nur über ein Ergebnis, sondern auch über eine laufende Entstehungsgeschichte, deren Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wir alle sind ohne dass ein lauter kollektiver Ruf an die Politik entsteht, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten“, sagt Jury-Vorsitzende Heide Schmidt.
Der Concordia Preis in der Kategorie Menschenrechte geht an Jürgen Klatzer und Matthias Winterer für ihren im Falter veröffentlichten Bericht „Körperliche Gewalt war gang und gäbe“, mit dem die beiden Journalisten den Missbrauchsskandal im SOS-Kinderdorf öffentlich machten. Die Recherche hatte weitreichende Konsequenzen und trug unmittelbar dazu bei, Verbesserungen in der Kinder- und Jugendhilfe in Österreich anzustoßen. „Im Zusammenhang mit der jahrelangen Vertuschung stand auch der Begriff der Loyalität auf dem öffentlichen Prüfstand und damit die Grenze zur Mitverantwortung und Mitschuld. Es wäre zu hoffen, dass so manche Leserin und Leser dieses Thema dieses Problem auch im eigenen beruflichen Umfeld wiedererkennen“, so Heide Schmidt.
Den Concordia-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhält aufgrund einer Entscheidung des Concordia-Präsidiums die Journalistin, Erwachsenenbildnerin und langjährige Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, Dr. Astrid Zimmermann. Die studierte Pädagogin, Psychologin und Politikwissenschafterin hat ihre journalistische Laufbahn bei der Arbeiterzeitung AZ begonnen, war ab 1989 dort Chefredakteurin der Tagblätter in Linz und Salzburg und wechselte nach Einstellung der AZ zu News als außenpolitische Redakteurin. Nach ihrem Wechsel zum STANDARD setzte sie sich dort nicht nur für den Aufbau der Bundesländerberichterstattung ein, sondern – eines ihrer Lebensthemen – für mehr Gerechtigkeit in den Redaktionen. In diesem Sinne wurde sie Gründungsmitglied des Frauennetzwerks Medien, später des Medienhaus Wien – und Vorsitzende der Journalist:innengewerkschaft. Als Präsidentin des Österreichischen Presserats, später dessen Ombudsfrau, war ihr die qualitative Selbstkontrolle der Branche ein besonderes Anliegen. „Astrid Zimmermann hat sich stets für die Anliegen von Journalistinnen und Journalisten eingesetzt – ihr Bestreben ist es bis heute, qualitativ hochwertige Entwicklung des Journalismus voranzutreiben. Wir gratulieren herzlich!“, so Concordia-Vizepräsidentin Petra Stuiber.
Der Jury der Concordia Preise gehörten in diesem Jahr folgende Personen an: Heide Schmidt (Vorsitzende), Brigitte Handlos, Barbara Haas, Scott Griffen, Andrea Helige, Johannes Greß, Christoph Mackinger und Barbara Tóth (Preisträger:innen 2025) sowie Colette M. Schmidt und Nicole Kampl (Preisträgerinnen 2024).




