Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol stiftet die Auszeichnung für hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus Gatterer, die mit 10.000 Euro dotiert ist, vom Presseclub Concordia und der Michael Gaismair Gesellschaft Bozen verliehen und von der Gemeinde Sexten unterstützt wird.
Die Auszeichnung ist dem Südtiroler Journalisten, Historiker, Schriftsteller und Dokumentarfilmer Claus Gatterer gewidmet und würdigt Arbeiten, die dem Geist aufgeklärter Toleranz, dem Wissen um die Vergangenheit, der besonderen Sorge um soziale und ethnische Minderheiten und dem Zusammenleben in einer offenen sozialen Gesellschaft verpflichtet sind.
Der Preis ist eine Initiative von Peter Huemer und Kurt Langbein, zwei Wegbegleitern von Claus Gatterer, seines Biografen Thomas Hanifle, des Südtiroler Journalisten Christoph Franceschini und des Tiroler Publizisten Markus Wilhelm. Unterstützt wird sie von vielfach ausgezeichneten Journalist*innen wie Robert Gordon, Nina Horaczek, Florian Klenk, Ulrich Ladurner, Edith Meinhart, Julia Ortner, Peter Resetarits, Armin Wolf, Nora Zoglauer und Sabina Zwitter-Grilc.
Über die Vergabe urteilt eine geschlechterparitätisch besetzte Jury, der 2026 folgende Juror*innen aus Österreich und Südtirol angehörten: Kurt Langbein, Lisa Maria Gasser, Thomas Hanifle, Nina Horaczek, Franz Kössler, Sahel Zarinfard
sowie die Vorjahrespreisträgerin Julia Herrnböck. Juryvorsitzende (ohne Stimmrecht) ist Daniela Kraus als Generalsekretärin des Presseclub Concordia.
Bis 31. März nehmen wir Einreichungen für die Gatterer-Auszeichung 2026 entgegen. Die Ausschreibung richtet sich an Redaktionen oder Journalist*innen aus Österreich und Südtirol bzw. Journalist*innen, die in Österreichischen oder Südtiroler Medien publiziert haben. Beiträge können in deutscher, italienischer oder ladinischer Sprache in Print, Radio, Fernsehen oder Online veröffentlicht worden sein. Vorschläge für Preisträger*innen können mit entsprechender Begründung von jedermann eingebracht werden. Es können ausschließlich Einzelwerke eingereicht werden, die im Zeitraum vom 1.4.2025 bis 31.3.2026 erschienen sind.
Gewürdigt werden journalistische Leistungen, die sich im Sinne Claus Gatterers durch kritisches Fragen, soziales Engagement und hohes stilistisches Niveau auszeichnen.
2021: Ed Moschitz für seine „Am Schauplatz“-Reportagen über Ischgl in der Covid-Pandemie
2022: Lukas Matzinger für vier im Falter erschienene Reportagen
2023: Daniela Prugger für ihre Reportagen und Berichte über den Krieg in der Ukraine und seine Auswirkung auf die Bevölkerung vor Ort
2024: Barbara Bachmann für den Essay „Ein Leben so kurz“
2025: Julia Herrnböck für ihre Recherche „Die Schande von Lehen“
Anlässlich des 100. Geburtstages von Claus Gatterer (*27.3.1924) hat der Politikwissenschafter und Vorsitzende der Michael Gaismair Gesellschaft Bozen, Günther Pallaver, eine Rede am Journalismusfest in Innsbruck gehalten: Im Zweifel auf Seiten der Schwachen: Claus Gatterer 1924 – 1984
Bei der Gatterer-Preisverleihung 2024 in Sexten hielt Andreas Pfeifer, Leiter des ORF-Büros in Berlin, die Rede „Jede einfache Wahrheit ist des Teufels: Rede zum 100. Geburtstag von Claus Gatterer“.