PRESSECLUB CONCORDIA

CONCORDIA-PREISE 2010 vergeben
28. März 2011

Concordia-Publizistikpreise gehen heuer an Peter Resetarits und Karim El-Gawhary. Hugo Portisch wird für sein Lebenswerk geehrt. Die tunesische Radio-Journalistin und Aktivistin für Pressefreiheit Sihem Bensedrine erhält einen Sonderpreis.



Concordia-Publizistikpreise gehen heuer an Peter Resetarits und Karim El-Gawhary.

Hugo Portisch wird für sein Lebenswerk geehrt.

Die tunesische Radio-Journalistin und Aktivistin für Pressefreiheit Sihem Bensedrine erhält einen Sonderpreis.

Die renommierten Concordia-Preise 2010 werden heuer an vier Preisträger vergeben:

Für sein Lebenswerk im Sinne der Ziele des Presseclub Concordia wird einer der bedeutendsten Journalisten Österreichs ausgezeichnet: Hugo Portisch, einst Chefredakteur des KURIER, Mitinitiator des ORF-Volksbegehrens, Auslandskorrespondent des ORF, Kommentator weltpolitischer Ereignisse, viel beachteter Verfasser von zeithistorischen Dokumentationen und Büchern.

In der Kategorie Menschenrechte wird der ORF-Journalist Peter Resetarits ausgezeichnet. Peter Resetarits hat vor allem mit seinen Sendungen Bürgeranwalt und Schauplatz Gericht eine publizistische Spezialform geschaffen. Darin gibt er jenen Menschen eine Stimme und die Möglichkeit, ihren Fall vorzubringen, die im normalen Alltag nicht in diesem Maße gehört werden. Menschen den Zugang zu „ihrem“ Recht zu erleichtern bzw. zu ermöglichen, ist eine Leistung im Dienste der Menschenrechte und wirkt Diskriminierungen entgegen.

In der Kategorie Pressefreiheit wird es heuer erstmals zwei Preisträger geben:

Karim El-Gawhary, der in seiner Berichterstattung über die Protestbewegungen in Tunesien und Ägypten aufzeigt, wie durch das Recht auf Presse- und Informationsfreiheit ein Fenster in eine andere Welt geöffnet und Verständnis und Interesse in Österreich für die Anliegen der Menschen im Norden Afrikas geweckt werden kann. El-Gawhary verabsäumt es auch nie – sei es in seinen Analysen für den ORF, in seinen Printartikeln für diverse Tageszeitungen oder in seinem web-Blog „Arabesken“ – auf die Möglichkeiten der Information trotz eingeschränkter Pressefreiheit hinzuweisen und zeigt, wie erste Ansätze einer freien Presse genützt werden.

Ein eigens gestifteter Sonderpreis ergeht an die tunesische Journalistin Sihem Bensedrine. Die Mitbegründerin des Online-Journals „Kalima“ und Chefredakteurin des gleichnamigen unabhängigen Radio-Senders ging 2009 ins Exil nachdem Radio „Kalima“ verboten wurde. Erst nach dem Rücktritt des vormaligen Präsidenten Ben Ali kehrt sie nach Tunesien zurück um ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Seit zehn Jahren setzt sich Bensedrine mit dem von ihr mitgegründeten Observatoire de la Liberté de la Presse, de L'Edition et de la Création (OLPEC) für die Pressefreiheit ein und war 2001 deshalb auch im Gefängnis.

Die Publizistikpreise sind mit jeweils € 3.700,- dotiert werden von der Bank Austria (Kategorie Menschenrechte), der gemeinnützigen Privatstiftung Dr. Strohmayer (Kategorie Pressefreiheit) sowie von Christian Konrad und der Raiffeisenlandesbank Wien-NÖ AG (Sonderpreis für Pressefreiheit) gestiftet.

Die feierliche Preisübergabe sowie die Ehrung der Preisträger erfolgt am Vorabend des Tags der Pressefreiheit, am Montag, dem 2. Mai 2011 im Parlament.

Der Jury der Concordia-Preise gehörten dieses Jahr an: Prof. Heribert Krejci (Vorsitzender), Elisabeth Horvath, Manfred Scheuch, Ferdinand Lacina, Andrea Helige, Prof. Johann P. Fritz, Anthony Mills (IPI), Sibylle Hamann und Antonia Gössinger (Preisträgerinnen des Vorjahres).