PRESSECLUB CONCORDIA

Auszeichnung
Mittwoch, 29. März 2017

Wien verleiht Gold an PEN-Präsident Niederle


Für seine Verdienste um das Land Wien, für seinen Einsatz für verfolgte und unterdrückte Autoren, erhielt der Präsident des Österreichischen PEN-Club, Helmuth A. Niederle, das Goldene Ehrenzeichen.

Laudator Prof. Dr. Harald Kollegger, Neurologe, Schriftsteller und PEN-Vizepräsident , würdigte vor allem Niederles Verständnis für das Fremde, das Andere: „Das Fremde war ihm ein Leben lang vertraut, nur so konnte er aus der Enge entfliehen.“ So beschäftigte sich Helmuth Niederle schon in seiner Dissertation mit der Beziehung zwischen Ethnologie und Literatur, übersetzte mehrere Bücher und Romane des nigerianischen Schriftstellers Ben Okri sowie Texte und Gedichte der Autorin Philo Ikonya aus Kenia. Insgesamt veröffentlichte Helmuth Niederle selbst über 40 eigene Werke, darunter auch die Biografien der Schauspieler Fritz Muliar und Erwin Steinhauer.

Seit nunmehr 17 Jahren setzt sich Niederle als Vertreter des Writers in Prison Committee für politisch unterdrückte SchriftstellerInnen ein und brachte 2011 eine Anthologie mit Texten verfolgter Autorinnen und Autoren heraus: „Von der Freiheit des Schreibens“.

Speziellen Dank gebühre Niederle auch für seinen besonderen Einsatz für die Wiederbelebung des Österreichischen P.E.N. Club, betonte Kollegger.

Niederle ging in seiner Dankesrede auf die Macht der Sprache ein – Sprache könne unterdrücken und ausgrenzen, aber auch das Gegenteil. Und die Sprache komme vor der Tat, mahnte Niederle und kritisierte die Aussage von Außenminister Sebastian Kurz über „den NGO-Wahnsinn“ im Zusammenhang mit den Rettungsaktionen Mittelmeer.

Helmuth A. Niederle: „Ich lebe für das PEN-Ziel der Verständigung der Menschen unterschiedlicher Herkunft, für eine Demokratie des Geistes, auch wenn es im Moment weiter weg scheint als je zuvor. Doch wer guten Willens ist wird diesen Traum nie aufgeben.“